Ärzte klären zu wenig auf

Letztens hat eine Kundin mir gesagt, wir toll sie es findet, endlich jemanden gefunden zu haben, der sie und ihren Mann im Haushalt unterstützt. Sogleich erzählte sie ihrer Freundin davon, die auch schon lange nach einer Haushaltshilfe sucht. Sie wusste nicht, wo sie jemanden her bekommen sollte. Sie wollte nicht so gerne über eine Announce suchen, denn wer weiß schon, auf wen man da so trifft? Die Dame ist schon über 80 Jahre alt. Sie lebt von ihrer bescheidenen Rente und kann sich keine Haushaltshilfe über die Agentur leisten. Aus diversen Gründen sind die Kosten hier natürlich höher als wir es bei einer „Schwarz“-Beschäftigung gewohnt sind. Schon am Telefon wurde mir klar: Hier kann vermutlich geholfen werden, und ich bot meinen Besuch an. Es stellte sich heraus, dass eine Schwerbehinderung vorlag, und dass auch darüber hinaus weitere gesundheitliche Einschränkungen vorlagen. Mir war gleich klar: Hier muss doch eine Pflegestufe gewährt werden. Mindestens Pflegestufe Null. Damit würden sich schon ein paar Stunden Haushaltshilfe bezahlen lassen. Ich rief die Krankenkasse an. Die Dame am anderen Ende war regelrecht bestürzt über die Tatsache, dass diese Dame noch gar keine Pflegestufe beantragt hatte, und dass der Arzt sie überhaupt nicht darüber aufgeklärt hatte.
Wir halten an dieser Stelle fest: Ärzte scheinen das nicht als ihre Aufgabe anzusehen. Hier sind vielmehr Verwandte gefragt, sofern sie denn da sind. Sogleich bot mir die Versicherung an, dass die Dame zur Überbrückung per ärztlicher Verordnung eine Haushaltshilfe bekommen könnte. Der Antrag liegt nun beim Arzt, und wird genehmigt werden. Die Pflegestufe sollte dann folgen. Ich bin froh, diesen Bedarf erkannt zu haben. Schon ab nächster Woche wird sie sich über Unterstützung in ihrem Haushalt freuen dürfen.

Alte und junge Hand